Lediglich 2 Fahrzeugnennungen fehlten, und die magische Grenze von 100 Fahrern wäre geknackt gewesen. Fest steht, dass sich noch einige Fahrzeuge im Aufbau befinden, und spätestens bei der zweiten NWDAV-Veranstaltung des MSC Rütenbrock an den Start gehen werden. Erfreulich ist, dass es sich hierbei hauptsächlich um Spezialcrossfahrzeuge handelt. Fahrzeuge die am 29.04. auf dem Renngelände des GACC hier und da noch als Salz in der Suppe gefehlt haben. Gut Ding braucht halt Weile, man darf gespannt sein, was uns da im Laufe des Jahres noch erwartet. Sicher ist, dass es sich hierbei um Spitzenfahrzeuge in Spezialcrossreihen handelt. Der NWDAV blickt also rosigen Zeiten entgegen....

Organisatorisch eingespielt wirkten am Renntage die Verantwortlichen des NWDAV und des GACC e.V., die sich gut zu ergänzen schienen. Auch wenn es hier und da noch „a bisserl“ hakte, konnte man aber keine größeren Verzögerungen im Rahmen der Veranstaltung feststellen, und der erste Lauf zur Nord-West-Deutschen Meisterschaft konnte nahezu reibungslos über die Bühne gehen. Bahndienste und Startaufstellungen waren reichlich und zügig. Der tiefe Sandboden war meistens gut befahrbar. Ein Boden, der für das erste Rennen nach der Winterpause genau das Richtige ist, um den Fahrern den ersten Druck von sich zu nehmen.

Kommen wir zu den einzelnen Klassen:

In der Jugendklasse war es Mike Horstmann vom MSC Rütenbrock, der trotz einer „Nullrunde“ im letzten Lauf aufgrund eines Rennunfalls mit zwei Laufsiegen insgesamt den Tagessieg einfuhr. Auf den Plätzen zwei und drei folgten zwei „alte Hasen“ mit Danny Rickling und Bier-Bike-Racing Team Yannik Smolarek. 15 Fahrzeuge gingen hier an den Start. Unsere zukünftige Generation, die tolle Rennen zeigte, und sich nichts schenkte. Macht so weiter!!!

Die zweitstärkste Klasse: Die kleinen Serientourenwagen bis 1400ccm! Hier war es Michael Jansen, der nichts anbrennen ließ und aus jeder Startreihe wertvolle Punkte mitnahm, und mit einem Sieg im letzten Lauf den Tagessieg seiner Klasse perfekt machte. Zweiter wurde der Niederländer Dennis Feldman auf einem Daihatsu Charade, gefolgt vom Neueinsteiger aus der Jugendklasse Jörn Kruse. Kruse fuhr versehentlich in einer undurchsichtigen Situation unverschuldet im letzen Lauf auf ein stehendes Fahrzeug vom Racing Team Twist auf, dass einen erheblichen Schaden davontrug. Der für den ACT Dauborn startender Rheder ließ es sich nicht nehmen, sich bei Christoph Wester noch auf der Bahn dafür zu entschuldigen. Ein Handschlag brachte die Sache aus der Welt. Fair geht vor! Hoffen wir, dass das Racing Team Twist, das Auto rechtzeitig für Rütenbrock wieder an den Start bekommt.

In der Klasse 2 der Serientourenwagen bis 1800ccm siegte Björn Möller vom ACC Oldenburg mit einem neu aufgebauten Toyota MR2, der alle 3 Läufe für sich entschied. Heinz-Günther Lange vom MCC Rhede auf einem KIA Sephia landete auf dem zweiten Platz vor Jan Keizer vom Howell Racing Team. Leider eine schwach besetzte Klasse, die sich aber noch im Laufe des Jahres erfahrungsgemäß zahlenmäßig rehabilitieren wird.

Ähnlich ging es bei den großen Serientourenwagen zu. Auch hier ließ der Gewinner nichts anbrennen und entschied alle Läufe für sich: Ingo Beckmann mit seinem heckgetriebenen Ford Sierra Cosworth. Punktgleich auf den Plätzen zwei und drei fuhren Hinni Berends aus Rhede und Jens Plas vom Team Twist. Durch den letzten besseren Lauf wurde Berends zweiter Tagessieger und Plas dritter.

Toyota oder Honda!?!? Heck – oder Frontantrieb!?!?
Hier ging kein Weg an den heckgetriebenen Japanern vorbei. Das Team Snippe aus Denekamp (NL) und Ansgar Töben mit gleichem Fahrzeug, einem Toyota MR2 AW11, siegten bei den Spezialtourenwagen bis 1800ccm, und verwiesen den amtierenden Meister Dieter Behrens (Honda Civic V-Tec) auf Rang 3, der sich im zweiten Lauf mit einem defekten Gelenk kurz vor der Ziellinie seiner Technik geschlagen geben musste.


Bei den Ur-Monstern in der Klasse 6, den großen Spezialtourenwagen über 1800ccm und Supertourenwagen, war es kein anderer als Gerbert Paus (NL), der mit einem wunderschönen allradgetriebenen Tourenwagen aus der holländischen Meisterschaft das Feld hinter sich ließ. Mit seinem Subaru Impreza turbogetriebenen Motor verwies er unseren „Senior“ Sigi Dünow und Manuel Hermes auf die weiteren Plätze. Eine Schocksekunde für alle gab es im letzten Lauf, als sich Hans Haneburger beim Versuch, Paus außen herum zu überholen, in Kurve 1 mehrfach überschlug. Nach sofortigem Rennabbruch konnte man erleichtert feststellen, dass Haneburger wohlauf war. Der allradgetriebene BMW war jedoch nicht mehr rollfähig und sehr stark beschädigt! Hier liegt nun viel Arbeit vor dem sympathischen Klasse 6 Fahrer, wer „Haha“ kennt, weiß dass er bestimmt nicht aufgeben wird, um seinen Boliden wieder an den Start zu bekommen.

Klasse 7 und 14 mussten zusammengelegt werden. Hier gingen leider nur je zwei Fahrer an den Start. In der Klasse 7 war es Mario Neehoff mit einem heckgetriebenen Peters Spezialcrosser der den Tagessieg ungefährdet einfuhr. Mit einem Honda V-Tec Motor, der technisch aus der holländischen Meisterschaft der Flachkäfer stammt, mit nur einem 40er Einlass, konnte der Rütenbrocker erste Erfahrungen mit dieser Technik sammeln und war zufrieden. Bei den Einsteigern der Klasse 14 ging auch nur ein Fahrzeug an den Start. Der Meister des Vorjahres, Sascha Schulte fuhr alle 3 Läufe entspannt durch, und sammelte die ersten 9 Punkte für die Meisterschaft 2012.

Auch die Klassen 8 und 9, Spezialcrossfahrzeuge bis 1800 und über 1800 wurden zusammengelegt. Benjamin Bonnarens war es, der bei den 8tern als einziger Punkte sammeln konnte, und im dritten Lauf nach einem Startunfall mit Marcel Bleicker aus der Klasse 9 leider aufladen musste. „Benny“ hätte man gerne im Tagesendlauf gesehen. Bleicker hingegen, der bei den „großen Spezis“ dritter wurde, versuchte es noch mit einer stark beschädigten Vorderachse weiterzufahren. Zwar war der Rütenbrocker noch schnell unterwegs, wurde aber aus sicherheitstechnischen Gründen aus dem Rennen genommen, da sich das linke Vorderrad samt Aufhängung vom Fahrzeug löste. Sieger der Klasse 9 war Heinz van Wulfen (ARCC Werlte) vor Heiner Engelmann vom MSC Steinfeld. In der Klasse 8 starteten auch noch Herbert Ter Maat (NL), der im Training leichte Motorprobleme hatte. Um einen kapitalen teuren Motorschaden vorzubeugen, entschied man sich zur Aufgabe. Hendrik Korte vom ARCC Werlte kam auch nicht über die Trainingsläufe hinaus.

In einer stark besetzen Klasse 10 (Spezialcrossfahrzeuge bis 1150ccm mit Motorradmotoren) war es Mario Hanneken, der die Klasse für sich entschied, gefolgt von seinem Vereinskollegen, Johannes Schipmann und Karsten Wesp aus dem Nordrhein-Westfälischem Herbern, der einen guten Saisonstart hatte. Erfreulich gute Leistungen zeigten hier die beiden Neueinsteiger Markus Overberg und Marcel Schröer. Schröer, der 2011 noch in der Jugendklasse erfolgreich unterwegs war, ließ keine Zweifel offen, dass er sich bei seinen neuen Klassenkameraden sichtlich wohl fühlte.

Bei den Ladys gingen 8 motivierte Starterinnen an den Start. Nina Hartau aus Dickel entschied alle drei Läufe für sich, und durfte sich über ihre 9 Punkte in der Meisterschaft freuen. 7 Punkte für Platz 2 gab es für Anke Schoolmann vom Team Motorsport Ostfriesland. Die amtierende Meisterin des Jahres 2011, Jennifer Nienaber, verbuchte 6 Punkte auf einem Citroen AX für den dritten Platz.

Die Tages-Finals: wo jeweils die drei besten ihrer Klassen in der jeweiligen Division antraten, siegte bei den Tourenwagen Dieter Behrens nach einem spannenden Finale vor Jeroen van Heusden, Björn Möller und Gerbert Paus. Paus, der als zweiter knapp hinter Behrens abgewunken wurde, wurde aufgrund Überholens bei “Gelb“ bestraft, und zwei Plätze nach hinten versetzt und als vierter gewertet.

Bei den Spezis siegte Hanneken vor Overberg. Letzterer war lange in der Lage Druck auf Hanneken auszuüben. Musste sich aber in einer der letzten Kurven beim Versuch Hanneken zu überholen seinem Vordermann geschlagen geben und ihn ziehen lassen. Dritter wurde Daniel Jansen (Rhede). Der große Tagesendlauf scheint also im Moment in Rheder Hand.

Nun sind 4 Wochen Zeit bis zum 2. Rennen der Saison. Beim großen Pfingstrennen in Rütenbrock an der niederländischen Grenze geht es dann um weitere Punkte zur Nord-West-Deutschen Meisterschaft…….

Autor Mark Kiepe